Was wir machen

Projektarbeit

In vielseitigen lokalen und bundesweiten Projekten setzen wir uns für Toleranz und Vielfalt, für mehr zivilgesellschaftliches Engagement, das Verständnis globaler Zusammenhänge sowie für interkulturelle Begegnungen auf Augenhöhe ein.

Überblick über laufende Projekte:

Globales Lernen

Das Leben mit Smartphones

In Schulprojekttagen wird den Teilnehmer*innen der Kreislauf eines Smartphones von der Rohstoffgewinnung bis zur Nutzung und Entsorgung nahe gebracht. Unter Einsatz verschiedener interaktiver Methoden sowie Plan- und Positionsspielen erarbeiten sich die Teilnehmer*innen Informationen, schlüpfen in unterschiedliche Rollen oder erforschen Smartphones in ihren Einzelteilen.

Zum Projekt und der Zielgruppe

Im Rahmen des Projekts führen wir Projekttage an Schulen zum Thema Produktion, Endverkauf und Entsorgung von Smartphones durch, um ein Bewusstsein für die Produktion von Smartphones zu schaffen. Das Projekt sieht die Durchführung eines Projekttags für Schülerinnen und Schüler der 7.-10. Klasse vor. Das Projekt kann ein- oder zweitägig umgesetzt werden. Das Gesamtprojekt wird finanziell gefördert und kann derzeit für Schulen kostenlos angeboten werden. Die Umsetzung der Projekttage wird mit einer Gruppe von Projektmitarbeitern, Kooperationspartnern und Beratern aus der entwicklungspolitischen Bildung und, wenn gewünscht, mit Lehrkräften gemeinsam gestaltet und konzipiert. Dabei soll das Interesse der Jugendlichen für die Themen des globalen Lernens und Handelns geweckt oder weiter gefördert werden. Ziel der Projekttage ist es, junge Menschen über ein für sie interessantes Medium zu Selbstbestimmung, Mitbestimmung und sozialem Engagement anzuregen. Dabei sollen die Situation um die Produktion und den Handel von Smartphones mit den dazugehörigen Problemen, Herausforderungen und globalen Zusammenhängen (Konfliktrohstoffe, Menschenrechte, Kinderarbeit, Umweltbelastungen, Entsorgung etc.) vermittelt werden. Zudem sollen unter anderem Möglichkeiten und Strategien Fairer Produktion und Fairen Handels aufgezeigt und die Bedeutung des eigenen Handelns und der eigenen Kaufentscheidungen deutlich gemacht werden. Unser Ziel ist es, Ansätze zu diskutieren, wie ihr eigenes Handeln regional und global schwierige Situationen verbessern helfen kann.

Ziel

Ziel der Projekttage ist es, junge Menschen über ein für sie interessantes Medium zu Selbstbestimmung, Mitbestimmung und sozialem Engagement anzuregen. Dabei sollen die Situation um die Produktion und den Handel von Smartphones mit den dazugehörigen Problemen, Herausforderungen und globalen Zusammenhängen (Konfliktrohstoffe, Menschenrechte, Kinderarbeit, Umweltbelastungen, Entsorgung etc.) vermittelt werden. Zudem sollen unter anderem Möglichkeiten und Strategien Fairer Produktion und Fairen Handels aufgezeigt und die Bedeutung des eigenen Handelns und der eigenen Kaufentscheidungen deutlich gemacht werden. Unser Ziel ist es, Ansätze zu diskutieren, wie ihr eigenes Handeln regional und global schwierige Situationen verbessern helfen kann.

Hintergrund

Laut der JIM-Studie von 2018 besaßen 97 % der 12-19-Jährigen ein eigenes Smartphone. Junge Menschen kaufen und nutzen damit die beliebten Smartphones äußerst häufig. Tatsächlich erschwert die Komplexität dieser Produkte eine lückenlose faire Produktionskette. Berichte über Konfliktrohstoffe, illegalen Export von Elektroschritt oder harten Arbeitsbedingungen entlang der Wertschöpfungskette erfordern eine stärkere Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für diese Themen. Für junge Menschen sind Smartphones ein sehr alltagsrelevantes und greifbares Thema, das zahlreiche Themen schulischer Curricula (internationaler Handel, Wertschöpfung, Menschenrechte, soziale Verantwortung) in sich vereint. Projekttage dazu können eine fächerübergreifende, wichtige Auseinandersetzung mit den o.g. Themen anregen.

Kontakt
Fragen zu Inhalt und Ablauf:
Anne Krauel
a.krauel@steb-ev.org
+49 331 97 92 78 – 25

Terminanfrage:
Fabian Köhler
f.koehler@steb-ev.org
+49 331 97 92 78 – 30

1-2
Projekttage
Modulares
Angebot
Kostenlos
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Integration

Menschen treffen Menschen

Teams aus geflüchteten und deutschen Peers bringen die Themen Flucht, Migration und Integration ins Klassenzimmer, um auf methodisch vielfältige Art neue Sichtweisen durch die erlebte Erfahrung in den Unterricht zu bringen. Wir besuchen Brandenburger Schulen für ein- bis dreitägige Workshops. Unsere Module bieten wir Pädagog*innen zusätzlich zum Download an.

Die Themen Flucht, Migration und Integration im Klassenzimmer

Der Umgang mit den Themen Flucht, Migration und Integration befeuert tagtäglich hitzige Debatten in Politik, Medien und den sozialen Netzwerken. Für Jugendliche ist es besonders schwierig, sich durch die Menge an Meinungen und Informationen ein Bild zu machen. Sie haben häufig kein ausreichendes Wissen zur kritischen Auseinandersetzung mit der medialen Vermittlung von gesellschaftlichen und politischen Phänomenen.

Im Verlauf der Workshops erhalten die Jugendlichen auf eine methodisch vielfältige Art Eindrücke von Fluchtursachen und der Herkunftsländern, aus denen viele Menschen nach Deutschland fliehen, und ihrer jeweiligen Fluchtwege nach Deutschland. Dabei werden Vorurteile aufgedeckt und ein vertieftes Wissen vermittelt. Die offenen Gespräche mit Betroffenen und die gemeinsame Reflexion stehen stets im Vordergrund. Die Jugendlichen berichten, dass es die persönlichen Geschichten sind, die sie am meisten in Erinnerung behalten.

Ein besonders intensiver Austausch wird über das Ankommen in Deutschland geführt und die Bedeutung des Begriffs Integration: „Was bedeutet das eigentlich?“, „wann ist ein Mensch integriert?“ und „wer ist an diesem Prozess beteiligt?“

“Menschen treffen Menschen” heißt, Fremdheit zu überwinden und Barrieren durch Kommunikation einzureißen. Die Projekttage fördern interkulturelle Bildung, den Abbau von Vorurteilen und tragen zur erfolgreichen Integration von neu gekommenen Menschen bei.

Das Projekt gewann im Jahr 2018 den dritten Platz des Integrationspreises Potsdam und konnte seit 2017 über 1.500 Schüler*innen erreichen.

Pädagogische Handreichung

Die Erfahrungen aus drei Jahren “Menschen treffen Menschen” will die StEB mit Pädagog*innen teilen. Die Module wurden so aufbereitet, dass sie von Lehrkräften im Unterricht und Gruppenleiter*innen in der außerschulischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen der Klassenstufen 7 bis 9 durchgeführt werden können. Aus dem Material lassen sich aber auch pädagogische Programme für ältere Jugendliche zusammenstellen. Methodisch bieten sie einen intensiven Umgang mit diversen Quellen und Medien, die den Jugendlichen offline und online zugänglich gemacht werden.

Hier kann unsere pädagogische Handreichung zum Projekt heruntergeladen werden.

Um auch in Abwesenheit Betroffener auf Expert*innenstimmen zurückgreifen zu können und ihre Erfahrungsberichte und Kommentare einbeziehen zu können, stellt die Handreichung neben den Modulen Audiokommentare von Betroffenen zur Verfügung.

Hier gehts zu den Audiokommentaren für den Unterricht.

Kontakt
Marie Offermanns
m.offermanns@steb-ev.org
+49 331 97 92 78 – 27

Eindrücke des Projekts der teilnehmenden Schulen und der Presse gibt es hier und hier.

Das Projekt wird durch die Förderung des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg und der Deutschen Postcode Lotterie ermöglicht.

Ein interaktives Projekt gegen Hass im Netz

Con:TROLLe

Der Begriff "Hate Speech" ist in aller Munde. Doch was steckt eigentlich dahinter? Und welche Rolle spielen Soziale Netzwerke in diesem Zusammenhang? Diesen Fragen widmet sich das außerschulische Bildungsprojekt Con:TROLLe. Mit Hilfe des Smartphones und anderer spannender Technologien wollen wir uns gemeinsam mit den Teilnehmenden auf die Suche machen nach Möglichkeiten, Hass im Netz zu erkennen und sich diesem aktiv entgegenzusetzen.

Hintergrund
Die Debattenkultur im Netz, insbesondere in den Sozialen Netzwerken ist zunehmend geprägt durch offenen Hass und Diskriminierung bis hin zu konkreten Gewaltaufrufen. Kommentarspalten werden von antidemokratischen Kräften durch Trollarmeen und Social Bots gekapert, um ihre Ideologien der Ungleichwertigkeit zu verbreiten und diese als breite Mehrheitsmeinung erscheinen zu lassen. Viele Nutzer*innen ziehen sich daraufhin aus öffentlichen Diskursen zurück und überlassen das Feld denjenigen, die sich mit ihrem Hass Gehör verschaffen wollen. Dadurch wird ein verzerrtes Bild der Mehrheitsverhältnisse kreiert und ein freier Meinungsaustausch zunehmend erschwert. Dies stellt eine erhebliche Gefahr für den demokratischen Willensbildungsprozess, insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen dar.

Ziel
Dieser Entwicklung kann effektiv nur durch eine starke Zivilgesellschaft begegnet werden. Ziel des Angebotes ist es daher, Jugendliche und junge Erwachsene im Umgang mit Hate Speech zu schulen und digitale Zivilcourage zu fördern. Dadurch soll zum einen – auf individueller Ebene - einer ideologischen Radikalisierung vorgebeugt und zum anderen – auf gesellschaftlicher Ebene – die demokratische Debattenkultur gestärkt werden. Die Teilnehmenden sollen dazu angeregt werden ihr eigenes Verhalten im Social Web zu reflektieren und darauf zu prüfen, inwiefern ihnen Hate Speech in diesem Kontext begegnet und wie sie damit gegebenenfalls umgehen. Das Angebot trägt dazu bei, dass die Jugendlichen ein Bewusstsein für das Problem der Verbreitung entsprechender Inhalte entwickeln und zeigt Möglichkeiten auf, wie man Hate Speech im Internet effektiv begegnen kann.

Format
Die Auseinandersetzung mit Themen, wie dem Umgang mit Hass in Sozialen Medien und digitale Zivilcourage kann, unserer Auffassung nach, nicht sinnvoll analog in theoretischen Diskursen bearbeitet werden, sondern sollte in einem praxisnahen Kontext erfolgen. Das Projekt bietet daher ein offenes Angebot in Form einer multimedialen Installation mit verschiedenen digitalen Partizipationsmöglichkeiten. An mehreren Stationen werden u.a. App-Spiele, Virtual Reality Simulationen und Videos angeboten, die die Themen Hate Speech und Radikalisierung leicht zugänglich darbieten. Die Durchführung erfolgt in Kooperation und enger Abstimmung mit lokalen Partner*innen, wie Jugendfreizeiteinrichtungen, Sportvereinen oder anderen Anbietern außerschulischer Jugendangebote. Im Mittelpunkt steht dabei die selbstständige Erschließung der Inhalte in einem spielerischen Kontext.

Kontakt:
Fabian Köhler
f.koehler@steb-ev.org
+49 331 97 92 78 – 32
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Globales Lernen

Palmöl: Was steckt dahinter?

Palmöl – der Rohstoff, der in jedem zweiten Supermarktprodukt steckt. Und nicht nur dort: Palmöl liefert Energie, wird in Blockheizkraftwerken verbrannt und in Diesel beigemischt. In 1-2 Schulprojekttagen für Schülerinnen und Schüler der 7-11 Klasse setzt sich die Stiftung für Engagement und Bildung e.V. mit diesem allgegenwärtigen und doch unbekannten Rohstoff auseinander. Die Projekttage werden aus öffentlichen Mitteln finanziell gefördert und sind für Schulen kostenlos.

Auf den ersten Blick ist Palmöl der perfekte Rohstoff: billig, flexibel einsetzbar, praktisch unbegrenzt verfügbar, problemlos zu lagern, einfach zu transportieren, nachwachsend. Palmöl steckt in jedem zweiten Supermarktprodukt, in Zahnpasta, in Margarine, in Tiefkühlpizzen, in Schokoriegeln, in Lippenstift, in Kerzen, in Shampoo, in so gut wie allem. Im Durchschnitt konsumiert jede und jeder von uns in Deutschland 18kg Palmöl jedes Jahr, meist unbewusst. In der EU werden zehn Millionen Liter Palmöl jeden Tag in Dieselmotoren verbrannt, dem Treibstoff in einem irregeleiteten Versuch des Klimaschutzes beigemischt.

Auf den zweiten Blick ist die Produktion von Palmöl eine Katastrophe für Menschen, Tiere, die Umwelt und das Klima. Die Ölpalme wächst nur in Tropenregionen – dort, wo auch Regenwälder, die „grüne Lunge des Planeten“ wachsen. Sie fallen der ungebrochenen Nachfrage nach Palmöl zum Opfer. Und mit ihnen bedrohte Tierarten wie Tiger, Orang-Utans oder Nashörner. Die Rechte indigener Völker werden missachtet und ihr Land geraubt, die Arbeitsbedingungen auf vielen Plantagen missachten grundlegende lokale Gesetze und globale Standards. Die Trockenlegung von Torfböden setzt gigantische Mengen ehemals gebundenes CO2 frei.

So einfach Palmöl im Vergleich zu vielen anderen aufwändig erzeugten Rohstoffen auch ist – es wächst auf Bäumen, wird mit einfachen Methoden geerntet, gepresst, gereinigt, verschifft, fertig – so komplex ist es doch als Bestandteil globaler Produktions- und Handelsketten. Und weil es so weit verbreitet ist, dass wir alle es jeden Tag kaufen ohne es zu merken, eignet sich Palmöl besonders, um sich altersgerecht dem Themenfeld des nachhaltigen Konsums in einer globalisierten Welt zu nähern.

Woher kommt Palmöl? Wer baut es an, wer verdient daran? Welches Potential hat es als Bestandteil der Energiewende und welche Gefahren gehen von seinem Anbau für Menschen, die Umwelt und das Klima aus? Welche Alternativen gibt es? Können wir auf Palmöl verzichten? Was muss sich verändern, um besseres Palmöl herzustellen? Welchen Einfluss haben Verbraucherinnen und Verbraucher auf die den Palmölanbau? Wie kann man Palmöl in Produkten des täglichen Lebens erkennen? Wie kann man sich bewusst für fair angebautes Palmöl entscheiden? In insgesamt 40 Schulprojekttagen für 500 Schülerinnen und Schüler der 7-11 Klasse wollen wir uns mit Palmöl und, im weiteren Kontext, mit den SDGs, Nachhaltigkeit und nachhaltigem Konsum beschäftigen.


Kontakt:
Daniel Smith
d.smith@steb-ev.org.org
0331 97 92 78 - 30

Engagement

Begegnung am Wunschbaum

Wir fragen Menschen in Nauen, Brandenburg a.d.H. und Spremberg, was sie sich von der neuen Landesregierung wünschen. Unterstützt werden wir von Menschen, die in diesen Städten ein neues Leben beginnen. Gemeinsam schmücken und pflanzen wir Wunschbäume für die Nachbarschaft und übergeben die gesammelten Ideen an die Politik.

Am 1. September 2019 konnten über zwei Millionen Brandenburgerinnen und Brandenburger ihre Stimme abgeben und einen neuen Landtag wählen. In unserem Projekt „Begegnung am Wunschbaum“ haben wir mit einigen von Ihnen gesprochen, lokal und konkret, in Nachbarschaften in Nauen, Spremberg und Brandenburg an der Havel.

Auf der Straße und den Marktplätzen, an Orten, an denen Menschen oft aneinander vorbeigehen, haben wir sie eingeladen stehenzubleiben, mit uns und miteinander zu sprechen und ihre Ideen für eine bessere Gemeinschaft aufzuschreiben. Das Motto unserer Gespräche: Was wünscht sich die Nachbarschaft von der neuen Landesregierung und für das gemeinsame Zusammenleben?

Das Ergebnis unserer Nachbarschaftsgespräche ist eine Sammlung von über 400 Wünschen, Hoffnungen, Vorstellungen für die Zukunft von alteingesessenen und neu angekommenen Menschen, die in Brandenburg zu Hause sind. Sie wurden am symbolischen Wunschbaum gesammelt und lassen sich grob in drei Felder einordnen – persönliche Wünsche, wie „ich wünsche mir, dass ich es auf das Gymnasium schaffe,“ konkrete Wünsche, etwa „ich wünsche mir eine bessere Bahnanbindung“ und übergreifende politische Wünsche, wie zum Beispiel „ich wünsche mir mehr Toleranz“.

Wunschbäume, nicht nur symbolische, sondern echte, wurden im Nauener Nachbarschaftsgarten „Grünes Eck“ im „Märchengarten“ in Hohenstücken in Brandenburg an der Havel, und im Spremberger „Garten der Vielfalt“ gepflanzt. Sie sollen noch auf Jahre hinaus an diesen besonderen Orten des Zusammenkommens neue Begegnungen begleiten.

Das Projekt wird durch die Förderung des Bündnis für Brandenburgs und der Robert Bosch Stiftung ermöglicht. Ein großer Dank gilt zudem unseren engagierten Kooperationspartnern, dem Quartiersmanagement Hohenstücken sowie dem Arbeiten und Wohlfühlen in Hohenstücken e.V., dem Mikado e.V. in Nauen und dem Verein Jugend und Soziales e.V. in Spremberg, und den weiteren zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern.

Kontakt
Marie Offermanns
m.offermanns@steb-ev.org
+49 331 97 92 78 – 27

3
Standorte
9
Wunschbäume
400
Wünsche
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Engagement

Unter einem Schirm

Als offenes Dialog- und Begegnungsprojekt lädt das Projekt an öffentlichkeitswirksamen Ständen in Angermünde, Prenzlau und Schwedt die lokale Bevölkerung zum Gespräch mit Neu-Angekommenen ein.

Seit 2015 gibt es kein Thema, das die öffentliche Debatte mehr bestimmt als die Aufnahme von geflüchteten Menschen in Deutschland. Eine Debatte, die sich entlang starker Bilder und kurzer Schlagwörter bewegt. Bilder wie die aus dem Jahr 2015: hunderte Menschen, die auf ungarischen Autobahnen laufen; österreichische Polizisten, die 71 Leichen in einem Kühllastwagen finden; der dreijährige Alan, angespült an einem Strand bei Bordum. Und kurzer Schlagwörter, die viel mehr ausdrücken sollen, als sie können. Schlagwörter wie Kölner Silvesternacht; Obergrenze; Willkommenskultur; Chemnitz; Freital.

In den letzten Jahren wurde viel über Geflüchtete geredet. Aber nicht so viel mit ihnen.

Hunderttausende Deutsche haben sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert, haben Deutschkurse gegeben, bei Behördengängen geholfen, haben Spenden organisiert. Sie haben viele Geflüchtete kennengelernt, es sind Freundschaften entstanden. Noch viel mehr haben Geflüchtete in ihrem Alltag kennengelernt, als ArbeitskollegInnen, NachbarInnen, MitschülerInnen. Und noch viel mehr nehmen Geflüchtete wahr, sehen sie im Bus, im Supermarkt, im Treppenhaus, haben aber bisher noch nicht mit ihnen gesprochen. Nicht weil sie nicht wollen, nicht weil sie fremdenfeindlich sind, sondern weil sich einfach kein Rahmen, keine Gelegenheit ergeben hat. Auch sie haben Fragen, auch sie nehmen die Debatten wahr. An sie richtet sich das Projekt Unter einem Schirm – gemeinsam stärker. Mit dem Projekt Unter einem Schirm – gemeinsam stärker möchten wir von Juni bis Dezember in Angermünde, Prenzlau und Neuruppin an je mehreren Tagen einen Rahmen schaffen, in dem sich Deutsche und Geflüchtete treffen und miteinander sprechen können. Dabei ist das Angebot bewusst darauf angelegt, nicht Menschen anzusprechen, die von selbst ein Interesse an der Begegnung haben und dafür die Initiative ergreifen – dafür gibt es Sprechcafés, Wilkommensfeste, Integrationsprojekte – sondern die breite Öffentlichkeit. Menschen, die sich für das Thema interessieren, aber nicht die Motivation oder die Zeit hatten, selbst auf Geflüchtete zuzugehen. Die Menschen auf den Straßen, und Marktplätzen, auf den Volksfesten und Weihnachtsmärkten.

Kontakt:
Daniel Smith
d.smith@steb-ev.org
+49 331 97 92 78 – 30

3
Städte
12
Tage
Ein
Thema
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Engagement

Aktiv für Aktive

Jede*r Dritte*r in Brandenburg engagiert sich freiwillig. Das sind rund 843.000 Menschen. Tausende davon engagieren sich in ihrer Freizeit in der Integrationsarbeit. Sie begleiten Geflüchtete zu Ämtern und Terminen, geben Deutschkurse, helfen bei Asylverfahren, vermitteln kulturelle Normen und schaffen den Kontakt zur deutschen Bevölkerung. Das Land Brandenburg möchte diesen Menschen für ihre Arbeit danken und sie auch zukünftig bestmöglich unterstützen. Hier setzt das Projekt Aktiv für Aktive an.

Hintergrund
Mit der sogenannten „Flüchtlingskrise“ 2014 - 2015 haben sich eine Vielzahl an Willkommensinitiativen gebildet, um die erheblichen Bedarfe zu befriedigen, die mit der Einreise einer hohen Zahl an Geflüchteten nach Brandenburg verbunden waren. Die ehrenamtliche Arbeit dieser Initiativen im Rahmen der Willkommensarbeit wurde erstmals im März und April 2015 in einer Studie durch das Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit gemeinsam mit dem Institut für Protest- und Bewegungsforschung Berlin untersucht. Die durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie und der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg geförderte Studie[1] wurde 2016 veröffentlicht. Die Studie arbeitete Handlungsfelder heraus, in denen ehrenamtliches Engagement sinnvoll und hilfreich für Geflüchtete ist, und solche, die weiteres oder anderes Engagement des Landes erfordern würden. Schließlich wurden Möglichkeiten zur Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements identifiziert, um größtmögliche Wirkungen zu entfalten.

Aufbauend auf den Ergebnissen wurde in einer Folgestudie zwischen März und Mai 2017 das gemeinschaftliche Engagement sowie das Engagement von Einzelpersonen in der Willkommensarbeit außerhalb von allen haupt- oder ehrenamtlichen Strukturen erfasst und mit Blick auf Aktivitäten, Barrieren und Unterstützungswünschen untersucht. Die Bedarfsanalyse wurde gemeinsam vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie, der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg und dem Urania Landesverband erhoben und herausgegeben.[2]

Seitdem stand die Zeit nicht still, die politische und gesellschaftliche Landschaft hat sich weiterentwickelt und Herausforderungen, Arbeitsweisen, Potentiale mit ihr.
Mit dem Projekt “Aktiv für Aktive” nehmen wir im Auftrag der Landesregierung erneut Kontakt zu den zahlreichen, im Land aktiven Willkommensinitiativen auf. Im direkten Gespräch mit Engagierten möchten wir für ihre großartige Arbeit danken und erfahren, wie sich die Integrationsarbeit seit 2017 entwickelt hat, welche Herausforderungen sie tagtäglich begleiten und welche Wünsche und Empfehlungen sie der Landesregierung für die zukünftige Entwicklung geben möchten. Ferner informieren wir gezielt über Fortbildungs- und Förderungsangebote des Landes.
Aus den Gesprächen entstehen eine Publikation und eine Webseite mit Landkarte aller bekannten Initiativen, die der Vernetzung dient.


Kontakt:
Daniel Smith
d.smith@steb-ev.org
+49 331 97 92 78 – 30

  • [1] Ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in Brandenburg, Judith Vey, Madeleine Sauer, Hrsg. Aktionsbündnis Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, Potsdam 2016, gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg, die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg.
  • [2] „Integration machen Menschen“. Aktuelle Situation des Ehrenamts in der Flüchtlingshilfe im Land Brandenburg, Doris Lemmermeier, Manfred Gartz, Hrsg. Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Potsdam 2017.

Archiv

2018

zu Hause - eine Bank im Grünen

Roulette ins Glück

2017

Lernen mit Kati und Jibran

2016

Sag mir, wer du bist und wer du sein wirst

3 x Deutschland und das Folgeprojekt Welcome Plus

Entwicklung und Test von Vermittlungsmodellen zum Völkermord an den Ovaherero und Nama

2015

Tag der Deutschen Vielfalt

Integration durch Bildung

Globale Märkte - Globale Verantwortung

Change Mates